So gelingt der perfekte Start mit deinem Welpen
Ein Welpe zieht ein – und damit beginnt eine spannende Zeit voller Freude, Lernen und Herausforderungen. Damit dein Vierbeiner von Anfang an gut zurechtkommt, gibt es einiges zu beachten: Wie erziehst du deinen Welpen richtig? Wie bringst du ihm Stubenreinheit bei? Wie funktioniert das Training an der Leine? Und wie sorgst du für eine gute Sozialisierung?
Hier findest du allerhand Informationen zu den verschiedenen Themen und Fragen - sowie passende Buch-Empfehlungen, Webinare und Online-Kurse, um dein Wissen zu vertiefen.
WELPENERZIEHUNG -
DER GRUNDSTEIN FÜR EIN HARMONISCHES MITEINANDER
Die ersten Monate sind entscheidend, um deinem Welpen wichtige Regeln und Verhaltensweisen beizubringen. Klare Strukturen und positive Verstärkung helfen dabei, dass dein Welpe versteht, was du von ihm erwartest. Geduld und Konsequenz sind jetzt besonders wichtig – schließlich lernt dein Hundebaby gerade die Welt kennen. Hier findest du unter anderem eine Checkliste für den Welpenstart und Übungen für den Alltag mit Welpen und vieles mehr.
Stubenreinheit Schritt für Schritt
Welpen sind nicht von Anfang an stubenrein, müssen noch öfters und können es auch noch nicht kontrollieren. Mit konsequentem Training und viel Geduld kannst du deinem Welpen aber beibringen, wo er sein Geschäft erledigen darf. Es liegt an dir und deiner Aufmerksamkeit: Bringe ihn jedes Mal nach dem Schlafen, Spielen und Fressen an den von dir gewählten Platz. Viel Lob hilft dabei, den Lernprozess zu festigen.
Alleinbleiben ohne Stress
Dein Welpe braucht dich als Bezugsperson und muss erst einmal Vertrauen in dich aufbauen. Deshalb solltest du nicht zu früh mit dem Alleinbleiben beginnen. Bereite ihn langsam darauf vor, indem du in kurzen Phasen trainierst. So fühlt sich dein Welpe sicher und lernt, dass du immer wieder zurückkommst.
Sozialisierung: Der Schlüssel für ein selbstbewusstes Hundeleben
Je mehr positive Erfahrungen dein Welpe mit Menschen, Artgenossen und verschiedenen Umweltsituationen macht, desto besser gewöhnt er sich an neue Reize. Das hilft ihm, selbstbewusst und entspannt zu bleiben – auch in stressigen Situationen. Achte aber darauf, dass du deinen Welpen nicht überforderst, Qualität geht vor Quantität.
Leinenführigkeit und Rückruf trainieren
Das Gehen an der Leine gehört zu den wichtigsten Alltagsskills. Beginne in ruhiger Umgebung und belohne deinen Welpen, wenn er locker an der Leine läuft. Auch der Rückruf ist lebenswichtig – deshalb solltest du ihn von Anfang an regelmäßig üben.
Beißhemmung durch spielerisches Lernen
Welpen erkunden die Welt mit dem Maul und müssen erst lernen, ihr Gebiss uns gegenüber sanft einzusetzen, da wir eine dünne Haut und kein Fell haben. Zeige es deinem Welpen, indem du ruhig mit ihm spielst und ihm, sollte er zu fest zubeißen, klare Grenzen setzt.
PRAKTISCHE TIPPS
• Regelmäßige Routinen geben deinem Welpen Sicherheit. Feste Zeiten für Fressen, Spielen und Ruhe helfen beim Training.
• Sicherheit im Haus: Räume Gefahrenquellen aus dem Weg und schaffe eine welpensichere Umgebung.
• Geduld haben: Jeder Welpe lernt in seinem Tempo. Erwarte keine Wunder über Nacht.
• Positive Verstärkung nutzen: Belohne erwünschtes Verhalten mit Lob, Spiel und/oder kleinen Leckerlis.
• Ruhezeiten einfordern: Welpen brauchen viel Schlaf – auch das unterstützt das Lernen.
Häufig gestellte Fragen zum Welpen-Start
Wie lange dauert es, bis ein Welpe stubenrein ist?
Bist du aufmerksam und bringst deinen Welpen immer rechtzeitig nach draußen, kann es mit der Stubenreinheit schnell gehen. Doch, bis dein Welpe nicht mehr so häufig raus muss und auch nachts durchschläft, kann es einige Wochen dauern.
Wann sollte ich mit dem Training an der Leine beginnen?
Am besten so früh wie möglich, sobald sich dein Welpe in deinem Zuhause eingelebt und etwas Vertrauen zu dir aufgebaut hat. Gewöhne deinen Welpen erst einmal an Halsband und Leine. Dann kannst du immer wieder wenige Schritte mit ihm üben und ihn dabei belohnen.
Wie kann ich meinen Welpen ans Alleinbleiben gewöhnen?
Am Anfang wird dein Welpe ständig hinter dir herlaufen – das ist ganz normal. Gewöhne ihn an einen Platz, der jedoch in deiner Nähe sein sollte. Entferne dich zu Beginn von diesem Platz, später kannst du kurz das Zimmer verlassen und gleich wieder zurückkommen; dann einmal in den Hausflur oder Keller gehen. Wichtig ist, dieses Training langsam aufzubauen.
Wie wichtig ist die Sozialisierung?
Sehr wichtig – dein Welpe muss die Welt, in der er lebt, kennenlernen. Alles, was er in dieser Zeit positiv abspeichert, kann er später auf andere Situationen übertragen. Aber auch negative Erfahrungen wirken sich aus. Deshalb bleib an seiner Seite und hilf ihm, mit den Umwelteindrücken umzugehen – gut überlegt und wohldosiert.
CHECKLISTE FÜR DEN PERFEKTEN WELPENSTART
Mit der richtigen Vorbereitung und einer liebevollen Begleitung wächst dein Welpe zu einem ausgeglichenen Begleiter heran. Nutze bewährte Trainingsmethoden und genieße die Zeit mit deinem neuen Familienmitglied – so gelingt ein guter Start ins gemeinsame Leben!
□ Welpenplatz vorbereiten: Kuschelige Ecke mit Decke, Wasser- und Futternapf
□ Welpensicher machen: Steckdosen sichern, gefährliche Gegenstände wegräumen
□ Futter auswählen: Altersgerechtes Welpenfutter bereitstellen
□ Tierarzttermin vereinbaren: Erster Check und Impfplan klären
□ Routinen festlegen: Feste Zeiten für Füttern, Gassi gehen, Spielen und Ruhe
□ Stubenreinheit trainieren: Regelmäßig rausbringen, Belohnungen geben
□ Sozialisierung fördern: Positive Begegnungen mit Menschen und anderen Hunden planen; an unterschiedliche Umweltreize wie Straßenverkehr, Stadt und Restaurant, Landwirtschaft, Nutz- und Wildtiere etc. heranführen
□ Leinenführigkeit üben: Kurze, ruhige Spaziergänge starten
□ Rückruftraining starten: Erst ohne Ablenkung im Haus
□ Alleinbleiben üben: Kurzzeitiges Verlassen des Raumes trainieren
□ Beißhemmung fördern: Mit geeignetem Spielzeug spielen, sanft Grenzen setzen
ÜBUNGEN FÜR DEN ALLTAG MIT WELPEN
1. Stubenreinheitstraining
- Bring deinen Welpen nach dem Schlafen, Fressen und Spielen sofort nach draußen.
- Belohne ihn, wenn er sich draußen löst – mit Lob und kleinen Leckerlis.
- Passieren „Unfälle“ im Haus, beseitige sie ohne Kommentar und passe das nächste Mal besser auf.
2. Leinenführigkeit
- Gewöhne deinen Welpen an ein Halsband und ein Geschirr. Lass es ihn in positiven Momenten tragen, z.B. wenn er frisst, wenn du mit ihm spielst.
- Suche dir eine ruhige Umgebung im Haus, wo euch niemand stört.
- Klicke die Leine ins Halsband ein, es sollte eine kurze, ca. ein Meter lange Leine sein.
- Halte die Leine locker, es darf kein Zug entstehen, und sprich deinen Welpen an. Seine Aufmerksamkeit sollte jetzt auf dich gerichtet sein.
- Lobe und belohne deinen Welpen, wenn er ruhig an lockerer Leine neben dir geht.
- Achte auf seine Konzentrationsfähigkeit, zu Beginn reichen ein bis zwei Schritte.
- Läuft er nach einigen Wiederholungen an lockerer Leine neben dir, führe dein Signal ein (z.B. Fuß).
- Beende die Übung mit einem Auflösesignal (z.B. Lauf).
- TIPP: Verwende das Halsband nur für das Leinenführigkeitstraining. Hier darf dein Welpe nicht ziehen, sondern muss an lockerer Leine neben dir laufen. Klicke die Leine ins Geschirr, wenn du draußen unterwegs bist oder gerade nicht üben möchtest. Am Geschirr darf dein Welpe auch einmal leicht ziehen oder schnüffeln. Achte aber auch hier darauf, dass er dich nicht in der Gegend herumzieht!
3. Rückruftraining
- Rufe deinen Welpen mit fröhlicher Stimme und seinem Namen, wenn er in deiner Nähe und aufmerksam ist.
- Freue dich überschwänglich und belohne ihn (mit Leckerli, Lob, Spiel), wenn er bei dir ist.
- Übe den Rückruf zuerst an einem sicheren Ort ohne Ablenkung. (Punkt würde ich ganz nach oben nehmen)
- Führe dein Signal ein (z.B. Hier), wenn dein Welpe fast bei dir ist und du dir 100% sicher bist, dass er kommt.
- Ist dein Welpe bei dir, lass ihn mit deinem Auflösesignal (z.B. Lauf) wieder frei.
- Übe das Rückruftraining an unterschiedlichen Orten, erst ohne, später mit Ablenkung.
4. Alleinbleiben
- Gehe zu Beginn nur zur Zimmertür, mache sie auf, bleibe aber im Raum.
- Im nächsten Schritt kannst du den Raum einmal kurz verlassen und sofort wieder zurückkommen. Mach aber kein großes Theater dabei, es sollte ganz selbstverständlich sein.
- Vergrößere die Zeitspannen allmählich.
- Gib deinem Welpen eine Beschäftigung, z. B. ein Kauspielzeug. Es sollte aber etwas sein, das er nicht schlucken kann (Kauknochen eigenen sich hier nicht!).
5. Beißhemmung
- Packt dein Welpe beim Spielen zu fest zu, reagiere mit einem kurzen „Au!“ und unterbreche das Spiel.
- Beginne wieder zu spielen und schau, ob dein Welpe sein Gebiss nun sanfter einsetzt. Dann kann das Spiel fortgesetzt werden.
- Falls nicht, brichst du das Spiel ab und wendest dich anderen Dingen zu. So lernt dein Welpe: „Das Spiel ist vorbei, wenn ich zu ruppig werde“.
Mit diesen Tipps und etwas Geduld werden du und dein Welpe eine starke Bindung aufbauen und gut zusammenwachsen. Für mehr Unterstützung kannst du auf spezialisierte Bücher und Onlinekurse zurückgreifen – so meisterst du die Welpenzeit bestens!