Murder Mystery Case File - Fallakte "Blackwell"

Nach 20 Jahren und erfolgslosen Ermittlungen wurde die Leiche eines Winzers jetzt gefunden. An diesen komplizierten Fall müssen Profis ran und ihr seid doch Profis?

Ihr habt die Fallakte: Blackwell "Der Tote im Weinkeller" neu aufgerollt, aber euch fehlen noch wichtige, zusätzliche Informationen? Dann schaut mal, ob euch die nachfolgenden Hinweise bei der Lösung des Falls weiterhelfen.

... und am Ende der Seite findet ihr die Auflösung.

Verlegte Notizen

Bei Fällen, die über längere Zeit ungelöst bleiben, bzw. unterschiedliche Gerichtsbarkeiten oder ermittelnde Abteilungen betreffen, landen Unterlagen öfter mal nicht dort, wo sie eigentlich hingehören. Diese „verlegten Notizen“ geben euch zusätzliche Hinweise. Ihr solltet sie aber nur dann hinzuziehen, wenn ihr gar nicht weiterkommt. Wählt dann eine der verlegten Notizen aus. Sie gibt euch vielleicht einen Hinweis in die richtige Richtung und hilft euch, der Lösung des Falls näher zu kommen.

Ihr kennt das vielleicht aus anderen Krimis: Sobald die Ermittler mit der Zeitumstellung auf Sommer- bzw. auf Winterzeit zu tun bekommen, suchen sie sofort das Alibi, das aufgrund der „fehlenden“ oder „zusätzlichen“ Stunde platzt. Die Nachbarin Margit Lindquist erwähnte die Umstellung auf die Sommerzeit in ihrer Aussage. Gut, es gibt immer wieder Leute, die mit Zeitumstellungen und Zeitverschiebungen nicht zurechtkommen, in diesem Fall ist es allerdings nicht Mrs. Lindquist.

David war ein strauchelnder Jugendlicher, der sein Schicksal doch noch gewendet hat. Es stimmt zwar, dass ihm das Gebäude gehört, in dem die Leiche seines Bruders gefunden wurde, aber sehr viel wichtiger ist die Tatsache, dass er Linkshänder ist, wie ihr in der Auskunft aus dem Department of Justice erfahren habt.

Mrs. Lindquist war damals noch richtig fit für ihr Alter, kein Zweifel. Und eigentlich gibt es auch fast keinen Zweifel, wie der von ihr bemerkte Spaziergänger mit den beiden Autos auf dem Parkplatz in Verbindung steht. Denkt nochmal nach: Das erste Auto fährt weg. Nicht lang danach kommt eine Gestalt die Straße entlang. Das zweite Auto fährt weg. Nun?

 

Was meint ihr, ist es wirklich denkbar, dass Miguel mit seinem Schlüssel ins Büro kam, den armen Cary umbrachte, eine Abschieds-Notiz fälschte und auf dem Schreibtisch platzierte? Hatte er irgendeinen Vorteil durch Carys Tod? Vermutlich eher nicht.

Lag da nicht ein Brief an sie in Carys Schreibtisch? Dieser Trottel (möge er in Frieden ruhen) hatte keine Briefmarke zur Hand und wollte den Brief auch nicht seiner Sekretärin geben, also legte er ihn in die Schublade, um sich später drum zu kümmern – was er dann einfach vergaß (passiert jedem mal, oder?). Was denkt ihr, wo also wird Sandi an diesem Schicksalsträchtigen Freitagabend wahrscheinlich gewesen sein, als Cary getötet wurde?

Die Dürreperiode ließ die Wasserstände sinken, auch die der Seen. Als der Pegel des Vichy Lake sank, tauchte Carys Wagen auf – allerdings ohne Cary drin. Wer also fuhr den Wagen zum See, und wie ist er/sie wieder weggekommen? Überlegt nochmal – und nicht einfach behaupten, es hätten zwei Leute zusammengearbeitet.

Ein separater Eingang zu Carys Büro; ein schwenkbares Bücherregal, hinter dem sich eine Wendeltreppe zu einem geheimen Kellerraum verbirgt; Toilette, Waschbecken und Bett; Cary, der öfter mal spät nach Hause kommt. Ist es nicht offensichtlich?

  2130 Monticello Rd.        Vichy Springs, CA 94558        Tel. 707-555-01UC(82)

 

Comitée Interprofessionel du Vin Champagne
5 Rue Henri Martin
51200 Épernay, France

 

24. September 1982

 

Sehr geehrte Herren,

Cary Blackwell und ich würden Ihnen gerne das Weingut Blackwell Wines vorstellen, eine Kellerei in Kalifornien, die bereits 1946 gegründet wurde. Wir vertreiben ein Sortiment feinster Weine, darunter einen derart exzellenten Schaumwein, dass wir ihn gerne als Champagner bezeichnen würden. Hierfür bitten wir Sie höflichst um Ihre Genehmigung und senden Ihnen gerne eine Flasche zur Probe zu.

Bitte teilen Sie mir mit, wann eine günstige Zeit wäre, um darüber zu telefonieren und mit wem diese Angelegenheit zu erörtern wäre.


Mit freundlichen Grüßen,

Marc Toulouse

 

Finale Hinweise

Wenn ihr immer noch feststeckt, könnt ihr euch als allerletzte Hilfe, die finalen Hinweise anschauen.

Der kleine Abschiedsbrief auf Cary Blackwells Schreibtisch – schade, dass keiner sich den damals näher angesehen hat. Man hätte festgestellt, dass Carys Fingerabdrücke nicht drauf waren – und sofort hätten die Alarmglocken geläutet. Eine Mitteilung, dass er abhaut, aber von einem Fingerabdruck keine Spur? So wenig wie von ihm zu der Zeit? Unwahrscheinlich, oder? Habt ihr euch die Handschrift einmal genauer angeschaut? Wessen Handschrift war es wirklich?

Zwei Autos auf dem Parkplatz von Blackwell Wines und eine dunkle Gestalt, die seltsamerweise noch spätabends zu Fuß die Straße entlangspaziert – so hatte es die nette Mrs. Lindquist beschrieben. Gar nicht so seltsam, wenn man eins und eins zusammenzählt: Cary und eine uns unbekannte (ihm aber vertraute) Person treffen sich im geheimen Keller. Ihre Autos stehen vor der Tür. Als Cary tot ist, kann der Täter (oder die Täterin) die Leiche einfach lassen, wo sie ist – nicht aber den Wagen, wenn die Geschichte von Cary, der sich einfach aus dem Staub macht glaubwürdig sein soll! Also fährt er oder sie damit zum Vichy Lake und lässt ihn das Ufer hinab ins Wasser gleiten. Das Auto geht problemlos unter. Dann geht die fragliche Person zu Fuß zurück zum Parkplatz – gerade mal eine halbe Meile – setzt sich in den eigenen Wagen und fährt nach Hause. Passt perfekt zu Mrs. Lindquists Beobachtung, meint ihr nicht?

 

Eine zerbrochene Weinflasche und ein Flaschenhals, aus dem der Korken noch nicht gezogen wurde... Stell dir vor, du stehst jemandem gegenüber, den du gut kennst. Im Streit, wie so oft. Mal wieder. Und du wirst, wie jedes Mal, extrem wütend. Cary hält dir eine noch ungeöffnete Flasche des besten Tropfens hin – nicht aus Freundschaft, sondern als Friedensangebot. Er will den Streit beenden, wie er es immer tut: Mit einer guten Flasche und seinem typischen „Komm, lass uns was trinken und das Ganze vergessen“. Doch diesmal lässt sich deine Wut nicht besänftigen und in einem Moment des Kontrollverlusts explodierst du. Du schnappst dir die Flasche am Hals (mit dem Daumen nach unten) und reißt sie ihm aus der Hand (seine Fingerabdrücke verwischen). Die Weinflasche wird zur Keule. Du schlägst so fest zu, dass die Flasche zerbricht und Cary zu Boden sinkt. Du stehst da, den noch nicht entkorkten Flaschenhals in der Hand. Vergiss jetzt bloß nicht, deine Fingerabdrücke abzuwischen…

Die Lösung der Fallakte "Blackwell"

Bevor ihr den Haftbefehl beantragt, achtet darauf, Motiv, Mittel und Gelegenheit jedes/jeder Verdächtigen eingehend zu prüfen!

 

MOTIV

Wer hatte einen Grund, das Opfer zu töten? Erlangte eine bestimmte Person einen finanziellen Vorteil durch den Tod, oder könnte eine Beziehungstat vorliegen? Oder ein Racheakt?

 

MITTEL

Wer kam sowohl an die Tatwaffe, als auch an das Opfer heran? Verfügte eine bestimmte Person über spezielles Wissen oder eine geistige / körperliche Fähigkeit, die nötig war, um die Tatwaffe zu benutzen oder könnt ihr so vielleicht jemanden ausschließen?

 

GELEGENHEIT

Wer hätte zur Tatzeit am Tatort sein können? Kann für eine bestimmte Person nicht mit Sicherheit gesagt werden, wo sie zur Tatzeit war (hat also kein Alibi)?

WER WAR'S?

Anklicken, um den Haftbefehl zu beantragen

Ihr schließt ihn hoffentlich als Mordverdächtigen nicht nur aus,  weil er starb, bevor der Mord entdeckt wurde, sondern, weil ihm Cary Blackwells Tod so rein gar nichts gebracht hätte. Im Gegenteil: Miguel hätte womöglich seine Hütte verloren, die ihm der alte Lance Blackwell vermacht hatte. Außerdem weist absolut nichts auf ihn als Täter hin.

 

NICHT SCHULDIG

Schauen wir uns den erfolgreichen „ich habe meine problematische Jugend überwunden“–Geschäftsmann mal genauer an: Er ist nicht gerade Everybody’s Darling, klar – das bedeutet aber nicht, dass er seinen Bruder umgebracht hat. Zunächst mal haben die Brüder kaum Zeit miteinander verbracht. Wieso sollte David also Cary in dessen geheimen Keller aufsuchen? Zweitens brachte ihm Carys Letzter Wille genau Nullkommanichts ein. Darin war lediglich vermerkt, dass das Haus, Grundstück und Zufahrt bereits David gehörten, mehr nicht. Drittens: Erinnern wir uns an die Auskunft vom FBI – in der ist vermerkt, dass David Linkshänder ist. Und wir wissen vom Bericht der Leichenschau, dass Cary dem Täter gegenüberstand und ein schwerer Gegenstand ihn von schräg oben an seiner linken Schläfe traf – der Schlag wurde also vom Täter mit der rechten Hand ausgeführt.

 

 

NICHT SCHULDIG

 

 

Elouise White hatte nicht nur ein Alibi durch ihre Mitbewohnerin, sondern hätte von Cary Blackwells Tod auch nichts gehabt – sie wurde in seinem Testament nicht erwähnt. Eher lief sie Gefahr, ihren Job zu verlieren, wenn der Mann, dessen persönliche Assistentin sie war, plötzlich verschwand, oder tot aufgefunden wurde. Die Theorie einer aus dem Ruder laufenden Affäre können wir angesichts der Tatsache, dass sie seit 20 Jahren mit derselben Frau zusammenwohnt und Sandra Bellini Blackwells Geliebte war, ebenfalls als hinfällig betrachten, jedenfalls, was Elouise angeht.

 

 

NICHT SCHULDIG

 

 

 

Sandi, wie Cary Blackwell sie nannte, war den meisten Personen aus Blackwells Umfeld vollkommen unbekannt – ein wohlgehütetes Geheimnis. Ja, sie war seine Geliebte (und Affären führen oft zu Streit oder fügen der offiziellen Beziehung Schaden zu), aber in diesem Fall gibt es keinen Hinweis für irgendwelche Querelen. Bellini scheint kein Alibi zu haben, aber werfen wir einen Blick auf den Brief an sie, der in Carys Schublade lag und nie abgeschickt wurde. Er sagt darin ihre Verabredung für den Freitag derselben Woche ab – und erklärt, warum er sie nicht anruft. Das Post-It („diesen Freitag mal was Neues?“) auf dem Rezept, das offensichtlich ebenfalls nie bei Sandi ankam, weist auf regelmäßige Treffen freitagabends bei Sandra zu Hause hin, wenn ihr Sohn bei seinem Wochenendjob war.

Jedenfalls erreichte die Absage sie nie, also wird sie am Freitag, als Cary verschwand, bzw. ermordet wurde, zu Hause auf ihn gewartet haben. Natürlich merkte sie, dass etwas nicht stimmte, weil er nicht kam. Aber als geheime Geliebte blieben ihr, wie sie ja auch sagt, nicht viele Möglichkeiten, der Sache auf den Grund zu gehen. Carys Schusseligkeit gibt also Sandra ein Alibi für die Zeit des Mordes, wenn man so möchte.


NICHT SCHULDIG

Schuldig! Allerdings nicht in Bezug auf den Mord an ihrem Ehemann, sondern was den gefälschten Brief aus Peru samt Carys Unterschrift angeht. Sie steckte ihn in einen an sich selbst adressierten Umschlag und schickte ihn in einem weiteren Kuvert an die Frau in Cuzco , mit der sie sich in ihren Flitterwochen angefreundet hatte. Diese klebte peruanische Briefmarken auf den Brief und schickte ihn direkt zurück. So hatte Marsha genau zum richtigen Zeitpunkt eine Bestätigung dafür, dass Cary noch lebte.

In Kalifornien kann fünf Jahre, nachdem eine Person vermisst gemeldet wurde, diese für tot erklärt werden. Und wenn Marc Toulouse nun genau das tun würde – dachte Marsha –, fiele ihm das gesamte Unternehmen zu, und sie würde zu einer einfachen Angestellten. Oder? Nun ja, fast. Marc konnte Cary nämlich gar nicht für tot erklären lassen, da das kalifornische Recht ausschließt, dass Menschen andere für tot erklären, wenn sie einen Vorteil davon hätten. Was hier der Fall gewesen wäre. Marshas Bemühungen waren also im Grunde sinnlos, und Marc erhielt weiterhin 40% des Profits, der eigentlich aufgrund von Garys Tod rechtmäßig komplett seiner gewesen wäre.

Was Marshas Verdacht angeht, Cary könnte eine Affäre haben, so hätte sie ihn deswegen wohl kaum umgebracht, zumal sie nicht einmal wusste (wie im Gespräch mit ihr deutlich wurde), um wen es sich bei der betreffenden Frau handelte. Da sie nach seinem Tod nur das Wohnhaus und die Reste des Vermögens erhalten würde (das aufgrund der andauernden Reblaus-Krisen sehr geschrumpft war), wollte sie ihn nicht nur nicht für tot erklärt haben, sondern hatte auch keinerlei Grund, ihn umzubringen. Eine Scheidung wäre sehr viel lukrativer gewesen.

Ein wichtiges Indiz für ihre Unschuld ist die Tatsache, dass sie kein Auto fahren kann. Denn nicht nur Cary verschwand an dem bewussten Abend, sondern auch sein Wagen. Wer immer Cary umgebracht hat, fuhr damals auch sein Auto vom Parkplatz. Zudem kam er oder sie wohl nochmal zurück und fuhr mit dem zweiten Auto endgültig davon...

 

NICHT SCHULDIG

 

 

 

Cary Blackwells Geschäftspartner hatte am meisten von Carys Tod. Er hätte dessen 60% des Unternehmens übernommen, was mit den neuen, gesunden Reben äußerst profitabel gewesen wäre. Wenn, ja wenn, Cary denn für tot erklärt worden wäre.

Wenn wir die Handschriften zwischen der Abschieds-Notiz auf Carys Schreibtisch mit Marcs Brief nach Frankreich vergleichen, sehen wir was?
Genau: reichlich Übereinstimmungen. Auch wenn sich der Schreiber wohl Mühe gab, es wie Carys Handschrift aussehen zu lassen: Die unten in einem Rechtsschwung endenden kleinen l und t, die einzelnen Striche über den Umlauten (wie die Accents aigus im französischen Brief), der Name „Cary“ mit dem y ohne Bogen, die waagerechten T-Balken. All das weist auf Marc als Schreiber hin. In den Briefen an Sandra und Tom, die eindeutig von Cary sind, sieht man hingegen, dass er Umlaute mit einzelnen waagerechten Strichen versah, und sein kleines y sowie sein großes T mit Bögen. Anders als seine kleinen l und t – diese haben schlichte senkrechte Striche. Der einzige Grund aber, warum jemand diesen Abschiedsbrief hätte fingieren sollen, ist, dass Carys Tod vertuscht werden sollte – für den der Schreiber dieser Notiz verantwortlich war.

Dann sind da noch die kleinen Details:
Marc behauptete, er habe nicht gewusst, dass Cary verschwunden war, bis die Polizei ihn am Montagnachmittag aufgesucht hätte. Marsha hatte ihn aber bereits am Samstag angerufen und nach Cary gefragt. Und das dritte Paar Schuhe (außer denen von Cary und Sandra), von dem Abdrücke im Keller festgestellt werden konnten, gehörten sie Marc? Der Geschäftspartner war sicher öfters dort unten gewesen.

Vor allem aber:
Er erklärte viel zu ausführlich (und das zwanzig Jahre danach), den genauen Ablauf des Abends. Er hätte besser geschwiegen. Marc erklärte, er habe zwischen 20:30 und 21:00 Uhr telefoniert, „ziemlich genau die Zeit, als Cary umgebracht wurde“. Cary verschwand zwischen 17 Uhr am Freitag und irgendwann am nächsten Morgen, und vermutlich war er irgendwann in dieser Zeit zu Tode gekommen, aber dieser Zeitrahmen war in keinem Zeitungsartikel erwähnt worden, und auch nicht im Gespräch mit ihm. Woher wusste Marc also Carys Todeszeitpunkt? Außerdem ließ er sich lang und breit über die Zeitdifferenz zwischen Frankreich und der US-Westküste aus, und dass sie nur acht, statt der üblichen neun Stunden betragen habe, weil die Sommerzeit in den USA später begann. Alles richtig, auf den ersten Blick. Dumm nur, dass Marc behauptete, in Frankreich sei es daher 12:30 mittags gewesen. Was Unfug ist, denn es war dort 8 Stunden später, als in Kalifornien, nicht früher, also 4:30 morgens! Eine Zeit, zu der er wohl kaum ein französisches „Komitee“ erreicht haben dürfte.

Wir werden nie erfahren, ob Marcs Mord an Cary aus einem Streit heraus passierte, oder ob es eher eine Frage der passenden Gelegenheit war. Vermutlich weiß nicht einmal Marc das noch so genau. Wirklich geplant war die Tat sicher nicht, sonst hätte er die „Abschieds-Notiz“ auf dem Schreibtisch sorgfältiger gestaltet, vor allem aber wäre ein „Plan“ mit nie auftauchender Leiche völlig sinnlos, da er ohne Leiche nicht an seine 60% kam. Das alles wird ihm erst später aufgegangen sein, doch da war es zu spät. Nun blieb ihm nur noch, ein Alibi zu konstruieren und still zu halten.

 

SCHULDIG

 

 

 

Mit diesen Schlussfolgerungen konfrontiert, gab Marc zu, sich ab und zu mit Cary im geheimen Keller getroffen zu haben. Cary hatte einfach ein Faible für diesen Raum – außerdem bekam niemand mit, wenn sie sich, wie so oft, lautstark stritten. Marc erklärte, er wisse nicht mehr, was ihn dazu gebracht habe, Cary die Flasche aus der Hand zu reißen und ihm damit eine überzuziehen, umbringen wollte er Cary jedenfalls nicht. Als er dann aber feststellte, dass sein Geschäftspartner tot war, kam er in seiner Panik, wie er die Leiche loswerden könnte, darauf, dass er das gar nicht musste. Er konnte sie einfach dort liegen lassen, ohne dass sie gefunden wurde (an irgendeine Geliebte dachte er in diesem Moment offensichtlich nicht). Er musste nur noch Carys Wagen verschwinden lassen. Als er den im Vichy Lake versinken sah, kam er auf die Idee mit dem kurzen Abschiedsbrief. Nachdem er die Notiz platziert hatte, fuhr er mit seinem Wagen nach Hause – ziemlich durcheinander.

Ja, der langjährige 40%-Geschäftspartner von Cary Blackwell ist verantwortlich für dessen Tod. Er wurde des Mordes angeklagt und plädierte auf „schuldunfähig“, aber die Geschworenen kauften ihm das nicht ab. Er wurde wegen Totschlags zu 20 Jahren Haft verurteilt und verbüßt seine Strafe im Bundegefängnis von Lompoc, CA. Nach kalifornischem Recht kann er bei guter Führung nach der Hälfte der Zeit auf vorzeitige Entlassung hoffen. An seine 60% kommt er leider nun nicht, da er nach amerikanischem Recht aus einem Mord keinen Profit schlagen kann („Slayer rule“).

Diese 60% gingen an Marsha, die allerdings erst einmal andere Probleme hatte. Sie wurde wegen Betrugs zur Rechenschaft gezogen, da sie einen Brief an sich selbst schickte, der angeblich von ihrem vermissten Ehemann stammte, um die Annahme zu bekräftigen, dieser sei noch am Leben. Wir müssen dabei die Tatsache bedenken, dass, wäre Cary für Tod erklärt worden, die gesamten Weinberge und das Unternehmen vollständig Carys Partner Marc Toulouse zugefallen wären. Der Richter war von der nachsichtigen Sorte und verurteilte Marsha zu sechs Monaten auf Bewährung und zwei Monate gemeinnütziger Arbeit, die Marsha rund um Vichy Springs in ihrer Freizeit ohnehin bereits leistete. Da Miguel und Cary tot waren, Marc im Gefängnis und Marsha auf Bewährung, verkaufte David Blackwell sein Immobilienunternehmen, zahlte mit dem Geld Marc [JC1] und Marsha aus und ist nun einziger Inhaber von Blackwell Wines. Er verlässt sich dabei auch auf die organisatorischen Fähigkeiten und die Erfahrung von Elouise White sowie das Verkaufstalent und den Geschäftssinn seiner neuen Angestellten, Sandra Bellini.