Dem Licht der Ceres ganz nah

Am 27. September 2007 war es soweit und die Raumsonde Dawn startete im Rahmen des Discovery-Programms der NASA. Nach einem Swing-by-Manöver am Mars im Februar 2009 nahm sie Kurs auf den Asteroiden Vesta und den Zwergplaneten Ceres und war somit die erste Sonde, die Objekte des Asteroidengürtels ins Visier nahm.

Nach einer Flugzeit von weiteren zwei Jahren lieferte Dawn im Mai 2011 erste Aufnahmen von Vesta, die sich im Laufe der Folgemonate immer mehr verschärften, bis die Sonde schließlich am 16. Juli 2011 in eine Bahn um den Asteroiden einschwenkte. Nachdem die Flughöhe bis auf 2700 Kilometer reduziert wurde, sammelte Dawn wichtige Daten über die Zusammensetzung der Oberfläche und kartografierte anschließend den gesamten Asteroiden.

Im September 2012 verließ die Sonde schließlich den Orbit um Ceres und begab sich auf die Reise zum Zwergplaneten Ceres, den sie im März 2015 erreichte. Auch für Ceres galt die kartografische Erfassung der Oberfläche als das Hauptziel der Mission, wobei auch die Bodenchemie untersucht wurde. Besondere Aufmerksamkeit erhielt eine Aufnahme der Sonde vom Februar 2015, auf der zwei helle, scheinbar von sich aus leuchtende Punkte auf der Oberfläche des Zwergplaneten zu sehen waren. Schnell gab es Spekulationen über deren möglichen außerirdischen Ursprung. Spätere Aufnahmen zeigten allerdings deutlich, dass es sich bei den „Ceres-Lichtern“ im Occator-Krater um ein natürliches Phänomen handelt: von Verdunstungsprozessen übrig gebliebene, ausgetrocknete Mineralsalze.

Nun ist es soweit und die Dawn-Mission neigt sich treibstoffbedingt ihrem Ende entgegen. So wird die Sonde zwar noch Jahre lang im Orbit um Ceres bleiben, doch die Korrektur ihrer Lage und die Kommunikation mit den Forschern auf der Erde wird zukünftig nicht mehr möglich sein. Bevor es allerdings soweit ist, trumpft die Sonde noch ein letztes Mal mit der bislang detailliertesten Kartierung des Zwergplaneten.

Prof. Ralf Jauman vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der selbst Mitglied des Kamera-Teams der Mission ist, erklärt, dass durch den elliptischen Orbit um Ceres eine Annäherung auf bis zu 35 Kilometer möglich sei, was Aufnahmen von bis zu drei Metern pro Bildpunkt ermöglicht. Die so erhaltene kartografische Erfassung ist fast zehnmal so genau wie bisherige Aufnahmen mit 32 Metern pro Bildpunkt.

Die neuen Daten werden nun zu einem dreidimensionalen Höhenmodell verarbeitet. So wird die Dawn-Mission, die im Laufe der Jahre mehrfach verlängert wurde und ohnehin die Erwartungen der Wissenschaftler weit übertroffen hat, zu einem fulminanten Ende gebracht.

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