Der Sternhimmel im April 2022

Seit dem 27.03.2022 gilt die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Alle Zeitangaben in diesem Text folgen der MESZ.

Inzwischen hat sich der Große Wagen über unsere Köpfe erhoben und prangt zur Standardbeobachtungszeit (am Monatsersten um 24 Uhr, am 15. um 23 Uhr) hoch am Himmelszelt. Doch eigentlich ist der Große Wagen gar kein Sternbild, sondern nur ein Teil – man spricht von Asterismus – eines viel größeren Sternbilds: des Großen Bären, lat. Ursa Maior. Der Kasten des Großen Wagens bildet nur den „Schinken“ des Bären, seine Deichsel den Schwanz. Die Tatzen, wie auch der Kopf des Bären, lassen sich nun jedoch mit etwas Geschick auch erkennen. Daher ist derzeit die Gelegenheit günstig, auch dieses Sternbild einmal genauer kennen zu lernen.

Seine höchste Stellung am Himmel hat gerade das Leitsternbild des Frühlings: der Löwe. Er wandert derzeit durch den Meridian und ist leicht am Himmel zu finden. Nördlich des Löwen und südlich der Tatzen des Großen Bären liegt der Kleine Löwe, der wesentlich unauffälliger ist als sein großes Pendant.

Im Westen sinken nun die Wintersternbilder endgültig unter den Horizont: Der Himmelsjäger Orion befindet sich gerade mitten im Untergang, Sirius im Großen Hund ist bereits nicht mehr am Himmel zu sehen. Auch der Stier mit seinem roten Hauptstern Aldebaran befindet sich im Untergang. Die Zwillinge stehen hoch im Westen und zwischen ihnen und dem Löwen liegt der unauffällige Krebs.

Im Südwesten ist Prokyon im Kleinen Hund zu sehen und halbhoch im Nordwesten strahlt Kapella, Hauptstern des Fuhrmanns. Das Himmels-W der Kassiopeia steht kurz vor seiner unteren Kulmination, die übrigens nur bei zirkumpolaren – also ganzjährig sichtbaren – Sternbildern oder Sternen zu beobachten ist. Nicht-zirkumpolare Sterne oder Sternbilder vollziehen ihre untere Kulmination unterhalb des Horizontes, sodass sie unbeobachtbar bleibt. Auch Kepheus schreitet gerade zwischen Himmelsnordpol und Nordpunkt am Horizont durch den Meridian.

Hoch im Südosten fällt Arktur auf, Hauptstern des Rinderhirten. Er zählt zu den fünf hellsten Fixsternen am Himmel. Ebenfalls im Südosten steht die Jungfrau. Ihr Hauptstern Spica ist im Gegensatz zu Arktur deutlich bläulicher und erscheint eine ganze Größenklasse schwächer am Himmel. Arktur, Spica und Regulus im Löwen bilden das Frühlingsdreieck – ebenfalls ein Asterismus und das Gegenstück zu Sommerdreieck, Herbstviereck und Wintersechseck.

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Die Planeten am Nachthimmel im April 2022

Seit dem 27.03.2022 gilt die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Alle Zeitangaben in diesem Text folgen der MESZ.

Merkur trumpft in diesem Monat mit der besten Abendsichtbarkeit des gesamten Jahres auf. Er steht am 2./3. in oberer Konjunktion mit der Sonne und entfernt sich anschließend rechtläufig von ihr am Himmel. Ab dem 15. kann er dann tief am Westhorizont, eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang, gefunden werden. Seine Untergänge verspäten sich von 21:30 Uhr am 15. auf 22:08 Uhr am 20. und 22:43 Uhr zum Monatsende.

Venus glänzt weiter als Morgenstern, hat jedoch zunehmend mit der immer früher aufgehenden Sonne zu kämpfen. Die Venusaufgänge verfrühen sich zwar von 5:27 Uhr am 1. auf 4:47 Uhr am Monatsletzten, doch ihre Sichtbarkeit am Morgenhimmel verkürzt sich um eine halbe Stunde.

Mars ist ebenfalls am Morgenhimmel zu sehen und wechselt am 11. in den Wassermann. Seine Aufgänge verfrühen sich von 5:28 Uhr am 1., auf 4:56 Uhr am 15. und 4:20 Uhr am 30.

Jupiter, der im März in Konjunktion mit der Sonne stand, nun rechtläufig durch den Wassermann wandert und am 14. in die Fische wechselt, taucht zum Monatsende am Morgenhimmel auf. Seine Aufgänge erfolgen am 20. um 5:22 Uhr und am 30. um 4:47 Uhr.

Wie auch schon Gasriese Jupiter beteiligt sich Saturn ebenfalls an der morgendlichen Plantenparade. Rechtläufig im Steinbock erfolgt sein Aufgang am 1. um 5:32 Uhr, am 15. um 4:40 Uhr und am Monatsletzten um 3:43 Uhr.

Uranus, rechtläufig im Widder, strebt seiner Konjunktion mit der Sonne Anfang Mai entgegen und kann nur mit lichtstarker Optik bis zum 5. gefunden werden. Danach ist er unbeobachtbar.

Und auch Neptun, Mitte März noch in Konjunktion mit der Sonne, bleibt unbeobachtbar.

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