Der Sternhimmel im Mai 2020

Seit dem 29.03.2020 gilt die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Alle Zeitangaben in diesem Text folgen der MESZ.

 

Als letzter Vertreter seiner „Art“ hält inzwischen nur noch das Wintersternbild Zwillinge die Stellung. Seine beiden Sternketten mit den hellen Sternen Kastor und Pollux sind tief im Westen zu erkennen.

Im Zenit, direkt über unseren Köpfen, prangt inzwischen der Große Wagen, dessen letzter Deichselstern Alkaid im Meridian in oberer Kulmination steht. Ähnlich steht es um das Himmels-W der Kassiopeia, die ebenfalls im Meridian steht, allerdings knapp über dem Nordhorizont und somit in unterer Kulmination. Steht ein Stern oder Sternbild in unterer Kulmination, hat es seine tiefste Stellung und somit größte Distanz zum Zenit erreicht. Da sowohl der Große Wagen wie auch die Kassiopeia selbst dann über dem Horizont stehen, wenn sie ihre größte Distanz zum Zenit erreichen, werden sie als zirkumpolar bezeichnet.

Weiterhin hat inzwischen auch Spica in der Jungfrau die Mittagslinie erreicht; südlich von ihr, ebenfalls in Meridiannähe, steht das unauffällige Sterntrapez des Raben.

Der Löwe ist bereits über seine Meridianstellung hinweg und steht hoch im Westen. Hoch im Südosten strahlt hingegen der rote Arktur im Sternbild Bootes, daneben das prägnante halbkreisförmige Band der Nördlichen Krone. Etwas schwieriger auszumachen ist das weitläufige Sternbild Herkules.

Und auch die ersten Vorboten des Sommers zeigen sich langsam aber sicher am Firmament. So geht im Nordosten bereits das Sommerdreieck auf. Zwei seiner Sterne – Wega in der Leier und Deneb im Schwan – sind schon über den Horizont gestiegen, während Atair im Adler noch unter dem Horizont bleibt.

Den östlichen Himmel dominieren die ausgedehnten Sternbilder Schlangenträger und Schlange, die sich aus vergleichsweise lichtschwachen Sternen zusammensetzen. Sie sind nur abseits von Städten einigermaßen gut zu finden. Im Südosten steht das Tierkreisbild Waage, die übrigens der einzige Gegenstand im Tierkreis ist.

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Die Planeten am Nachthimmel im Mai 2020

Seit dem 29.03.2020 gilt die mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ). Alle Zeitangaben in diesem Text folgen der MESZ.

 

Merkur kommt am 4. in obere Konjunktion mit der Sonne und gewinnt anschließend zunehmend Vorsprung vor ihr. Daher taucht er ab Mitte des Monats zum zweiten und letzten Mal in diesem Jahr am Abendhimmel auf. Am 16. geht er um 22:24 Uhr im Nordwesten unter; sichtbar ist er bereits ab etwa 21:30 Uhr. Seine Untergänge verspäten sich bis zum 31. auf 23:21 Uhr und auch seine Helligkeit nimmt deutlich ab.

Venus, derzeit im Stier, beendet ihre Abendsternperiode und wird am 13. stationär. Danach bewegt sie sich am Himmel auf die Sonne zu; ihre Sichtbarkeitszeiten verkürzen sich drastisch. Am 2. geht sie um 0:32 Uhr, am 15. bereits um 23:42 Uhr und am 28. um 22:14 Uhr unter. Danach ist sie mit bloßem Auge nicht mehr zu sehen.

Mars wechselt am 9. vom Steinbock in den Wassermann und wird zum Planeten der zweiten Nachthälfte. Seine Aufgänge verfrühen sich von 3:36 Uhr am 1. auf 3:02 Uhr am 15 und schließlich auf 2:22 Uhr zum Monatsletzten.

Jupiter wird am 14. im Schützen stationär und beginnt seine diesjährige Oppositionsschleife: Er wandert rückläufig durch den Tierkreis. Seine Helligkeit nimmt leicht zu, während sich seine Aufgänge verfrühen. Am 1. geht er um 2:23 Uhr auf, am 15. um 1:29 Uhr und am 31. um 0:21 Uhr. Mit der sich zurückziehenden Venus ist Jupiter nun das auffälligste Gestirn am Nachthimmel.

Saturn wird bereits am 11. stationär im Steinbock und bewegt sich anschließend langsam rückläufig. Seine Aufgänge verfrühen sich ebenfalls von 2:37 Uhr zum Monatsersten, 1:42 Uhr am 15. auf 0:34 Uhr zum Monatsende.

Uranus, im letzten Monat in Konjunktion mit der Sonne, kann sich noch nicht aus ihrem Glanz lösen und bleibt unbeobachtbar.

Neptun, rechtläufig im Wassermann, kann noch nicht am Morgenhimmel ausgemacht werden und bleibt ebenfalls unbeobachtbar.

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