Himmelsereignis im Dezember 2018

Merkur am Morgenhimmel

Merkur, der innerste Planet unseres Sonnensystems, ist ein schwieriger Geselle. Da er seine Bahn so nah um die Sonne zieht, kann er sich für uns nur bis zu einem Winkel von maximal 28° (größte Elongation) von ihr entfernen. Das macht ihn ausgesprochen schwierig zu beobachten. Dennoch gibt es Zeiten, in denen er in der Abend- oder Morgendämmerung mit bloßem Auge knapp über dem Horizont zu erspähen ist.

Aufgrund seiner Bahneigenschaften beschert uns Merkur außerdem zweimal alle 13 Jahre ein besonderes Ereignis: einen Merkurtransit. Bei diesem Spektakel zieht die Merkurscheibe als schwarzes Pünktchen vor der Sonne entlang. Nach dem letzten Transit am 9. Mai 2016 steht der nächste Durchgang bereits am 11. November 2019 an. Danach dauert es bis zum Jahr 2032, bis wieder ein Merkurtransit stattfindet.

Aufgrund der für Raumsonden extrem unwirtlichen Bedingungen in der Nähe der Sonne zählt der innerste Planet außerdem auch heuten noch zu den am wenigsten erforschten Körpern des Sonnensystems. Da Sonden von der Erde in Richtung Sonne fliegen müssen (und nicht von der Sonne weg, wie  z.B. bei Mondmissionen), ergeben sich zudem weitere Schwierigkeiten, in einen Orbit um Merkur einzuschwenken. Und so gab es mit Mariner 10 in den 1970er-Jahren und Messenger ab 2004 bisher erst zwei Missionen zum innersten Planeten. Jüngst wurde die Liste jedoch auf drei erweitert: Mit BepiColombo startete am 20. Oktober 2018 die nächste Merkurmission. Die Sonde ist aus der Zusammenarbeit der europäischen Raumfahrtorganisation ESA und der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA hervorgegangen und soll 2024 erste Messungen im Merkurorbit vornehmen.

Bis BepiColombo erste Ergebnisse liefert, müssen wir Merkur auf althergebrachte Weise am Himmel beobachten. Die nächste Möglichkeit dazu ergibt sich im Dezember 2018. Im letzten Monat des Jahres entfernt sich Merkur rückläufig von der Sonne und erreicht am 15. einen Winkelabstand von 21° 16‘ (größte westliche Elongation) von ihr. So ist er bereits ab dem 6. knapp über dem Südosthorizont in der Stunde vor Sonnenaufgang zu erahnen. Kurz nach 7 Uhr verblasst er jedoch wieder im aufkommenden Tageslicht. Zwischen dem 10. und 18. ist er dann relativ leicht am Morgenhimmel zu sehen. Pünktlich zum Monatsende hin haben sich seine Aufgänge auf 6:53 Uhr verspätet und es wird wieder zunehmend schwierig, ihn am Himmel zu beobachten. Geübte Beobachter können am 21. dabei zusehen, wie Merkur an Antares vorüberzieht und Jupiter passiert. Vor allem die Begegnung mit dem Gasriesen lässt sich gut durch dessen helles Licht auffinden und beobachten.

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