Himmelsereignis im April 2019

Das Frühlingsdreieck und paradoxe Ostern

Derzeit steht das Frühlingsdreieck am Himmel. Dieser sogenannte Asterismus – eine prägnante Himmelsfigur, die jedoch nicht zu den 88 offiziellen Sternbildern zählt – wird von den drei auffälligsten Frühlingssternbildern aufgespannt und lässt sich gut mit Hilfe des zirkumpolaren Großen Wagens auffinden, der nun fast im Zenit über unseren Köpfen steht:

Verbindet man die hinteren beiden Kastensterne des Wagens und verlängert diese Linie etwa fünfmal, so gelangt man zum Polarstern, der Norden markiert. In die entgegengesetzte Richtung verlängert, führt der Weg zum Sternbild Löwe, dem Leitsternbild des Frühlings. Sein Hauptstern Regulus bildet den Anfangspunkt des Frühlingsdreiecks. Kehrt man zum Großen Wagen zurück und verlängert den Bogen, den seine Deichsel spannt, so gelangt man zum nächsten Mitglied des Dreiecks – Arktur, Hauptstern des Sternbildes Bootes (lat. Rinderhirte). Zu Spica, dem Hauptstern der Jungfrau, gelangt man schließlich, indem man diesen Bogen weiterführt. Das Frühlingsdreieck deutet den Helligkeitsschwerpunkt des abendlichen Frühlingshimmels an.

Weniger einfach errechnet sich hingegen der diesjährige Ostertermin.

Vereinfacht lässt sich sagen, dass Ostern am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert wird (ausführlichere Informationen siehe Kosmos Himmelsjahr 2019, ab S. 110). Dieser „Merksatz“ geht auf das Konzil von Nicaea von 325 n. Chr. zurück, das mit diversen Beschlüssen die Findung eines Ostertermins vereinheitlichen und vereinfachen wollte. Dennoch sollte es weitere 200 Jahre dauern, bis ein Algorithmus („Computus“) zur Berechnung des Osterdatums gefunden war und alle Christen an einem Tag gemeinsam Ostern feierten. Dieser Computus ging u.a. von einem Frühlingsbeginn am 21. März aus und nutzte nur einen berechneten Tag des Vollmondes (sog. zyklischer Vollmond) statt der genauen Uhrzeit des astronomisch korrekten Vollmondes.

Im Jahr 2019 begann der Frühling am 20. März um 22:58 Uhr (MEZ), der erste Vollmond trat bereits am 21. März um 2:53 Uhr (MEZ) ein. Dem Merksatz nach, hätte Ostern somit auf den folgenden Sonntag – den 24. März – fallen müssen. Dass wir dieses Jahr jedoch erst am 21. April Ostern feiern, ist der sogenannten Osterparadoxie geschuldet, die sich aus den heute nicht mehr aktuellen Festlegungen des Computus ergibt und nach denen der zyklische Vollmond auf den 20. März fällt. Somit liegt der zyklische Vollmond noch vor dem Computus-Frühlingsbeginn am 21. März und der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond ist tatsächlich erst der 21. April.

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