Der Mond und die Erde — Was Sie wissen sollten

Der Mond ist der einzige natürliche Himmelskörper, der sich um die Erde bewegt und auf dessen Oberfläche wir wegen seines geringen Abstandes ohne optische Hilfsmittel Einzelheiten erkennen können. Durch das Wechselspiel seiner Phasen und aufgrund seiner außerordentlichen Helligkeit und Fläche stellt er für uns Menschen das spektakulärste Objekt am Firmament nach der Sonne dar. Erfahren Sie hier mehr über den Mond und die totale Mondfinsternis vom Juli 2018.

Wie groß ist der Mond?

Der Mond besitzt einen Äquatordurchmesser von knapp 3500 Kilometern. Seine Masse beträgt nur 1/81 der Erdmasse. Dadurch herrscht auf der Mondoberfläche eine wesentlich geringere Schwerkraft als auf der Erde. Eine Rakete benötigt eine Geschwindigkeit von nur 2,4 Kilometern pro Sekunde, um dem Schwerefeld des Mondes zu entkommen; auf der Erde sind es 11,2 Kilometer pro Sekunde. Der Mond verfügt praktisch über keine Atmosphäre. Die Temperaturen schwanken zwischen +130 °C und –160 °C. Das Fehlen einer Atmosphäre hat dazu geführt, dass kosmische Kleinkörper ungehindert seine Oberfläche prägen konnten. Schon in kleinen Fernrohren kann man die typischen Formationen wahrnehmen: vor allem Krater und Rundwälle, die hauptsächlich das Ergebnis von Meteoriteneinschlägen sind. Bei den großen dunklen Feldern, die auf den ersten Blick wie Meere anmuten, handelt es sich um Tiefebenen, die im Zusammenhang mit früherem Vulkanismus entstanden sind.

Wie weit ist der Mond von der Erde entfernt?

Der Mond ist mit einem mittleren Abstand von rund 384 000 Kilometern der uns am nächsten stehende Himmelskörper. Durch die elliptische Bahnform des Mondes schwankt seine Entfernung zur Erde zwischen 407 000 und 356 000 Kilometern.

Wie lange braucht der Mond um die Erde?

Das auffälligste Phänomen des Mondes sind die unterschiedlichen Phasen. Sie entstehen dadurch, dass zwar stets eine Hälfte des Mondes von der Sonne beleuchtet wird, wir aber von der Erde aus den Mond unter verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Befindet sich der Mond auf derselben Seite des Himmels wie die Sonne, schauen wir auf seine unbeleuchtete Seite. Diese Phase nennen wir Neumond. Steht der Mond der Sonne am Himmel genau gegenüber, beobachten wir den Vollmond. Nach der Neumondphase sehen wir einen zunehmend größeren Teil der beleuchteten Mondoberfläche (zunehmender Mond), während wir nach einer Vollmondphase auf einen ständig geringer werdenden Teil der beleuchteten Fläche des Mondes blicken (abnehmender Mond). Von einem Vollmond zum nächsten vergehen ungefähr 29,5 Tage. Diese Zeitspanne nennen wir einen (synodischen) Monat. Davon zu unterscheiden ist die Dauer eines vollen Mondumlaufes bezogen auf die Sterne. Er dauert nur 27,3 Tage (siderischer Monat), spielt jedoch für unseren Kalender keine Rolle. Der Mond rotiert auch um seine eigene Achse, jedoch dauert ein "Mondtag" ebenso lange wie der Mondumlauf um die Erde – der Mond bewegt sich in gebundener Rotation. Die wichtigste Folge für uns irdische Beobachter besteht darin, dass wir stets dieselbe Seite des Mondes sehen und die Rückseite des Erdtrabanten folglich bis in das Raumfahrtzeitalter unbekannt blieb.

Was ist eine Mondfinsternis?

Beim Umlauf des Mondes um die Erde kommt es gelegentlich vor, dass er während seiner Vollmondphase genau in der Verlängerung der Verbindungslinie Sonne–Erde steht und dabei in den Kernschatten der Erde eintaucht.

Dann erleben alle Beobachter der Erde, für die sich der Mond gerade über dem Horizont befindet, eine totale Mondfinsternis. Wenn der Mond nur teilweise durch den Kernschatten abgedunkelt wird, spricht man von einer partiellen (teilweisen) Mondfinsternis.

Besonders eindrucksvoll ist die Verfärbung des Mondes während seines Aufenthalts im Kernschatten der Erde. Durch die irdische Atmosphäre gelangt nämlich der rote Anteil des Sonnenlichts in das Innere des Kernschattengebiets. Dadurch erstrahlt der Mond auch bei seinem Aufenthalt im Zentrum des Kernschattens in tiefem Kupferrot. Der Volksmund nennt dies auch "Blutmond".

nach Dieter B. Herrmann: Himmelskunde. Stuttgart 2018.

Die nächste totale Mondfinsternis findet am 27.07.2018 statt. Gleichzeitig erreicht der Mars seine Oppositionsstellung und ist nach dem Mond das hellste Objekt am Himmel. Mars steht dabei nur sechs Grad unterhalb des Mondes. Das ist ein seltener und spektakulärer Anblick am Himmel, den Sie sich nicht entgehen lassen sollten.

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