Angeln in Norwegen Land und Leute, Unterkünfte, Boote

Norwegen ist DAS Traum-Reiseziel für Angler. Sie träumen auch von einem Angelurlaub in Norwegen? Dann finden Sie hier die wichtigsten Informationen zu Land, Unterkunft und dem wichtigsten Angel-Zubehör in Norwegen: Dem Boot.

Land und Leute

Norwegen ist ein großes, ca. 2.000 km lang gestrecktes Land mit nur 4,5 Millionen Einwohnern. Misst man aber den Küstenverlauf, so kommen über 20.000 km Länge zusammen, entlang zerklüfteter Felsen, Buchten und fischreicher Fjordlandschaften.

Das ist jedoch nur ein Teil des Ganzen!

Auf hoher See hält Norwegen seit 1977 eine 200 km breite sogenannte Wirtschaftszone, auch um Inselgruppen wie Spitzbergen. So kommt ein riesiges Seegebiet zusammen. In diesem Gebiet hat Norwegen bestimmte international anerkannte Rechte und Pflichten bezüglich der Erschließung und Kontrolle von natürlichen Ressourcen und Bodenschätzen wie Erdöl und – für uns Angler besonders interessant – die Fischerei-Rechte.

Norwegen besitzt eines der weltweit größten zusammenhängenden Hoheitsgebiete auf See! Das ist gut so, denn es ist die norwegische Fischereipolitik, welche die Fischbestände gesund hält. Die norwegischen Küstengebiete gleichen einem riesigen Laich- und Brutgebiet für praktisch alle nordischen Fischarten. Dorsch, Heilbutt, Pollack, Leng – all die Arten, die vom Angler geliebt werden und noch viele mehr. Man kann fast überall an dieser Küste große Fische fangen, denn wo es viele kleine Fische gibt, sind große Räuber nicht weit. Etwas weiter draußen, auf den vorgelagerten Bänken, den Riffs und auf hoher See, sind immer wieder Schwärme von wahren Riesen anzutreffen. Oft gilt: Je rauer und exponierter die Stelle und je weniger Infrastruktur in der Nähe, desto besser sind die Chancen beim Angeln in Norwegen. Je weniger Menschen in einer bestimmten Gegend von der Fischerei leben, desto weniger sind die Bestände geschwächt. Doch die besten Fischvorkommen der Welt sind für uns Angler von wenig Nutzen, wenn sie unerreichbar sind. Wir benötigen ein Mindestmaß an Infrastruktur, Häusern, Booten und Guides, die die Gegend kennen und uns einweisen.

Nordnorwegen, die Vesterålen, die Lofoten und das Seegebiet vor Hitra sind Beispiele für Gebiete, die etwas abseits liegen, dafür aber riesige Fischbestände beherbergen. Dies sind jedoch bestimmt nicht die Einzigen. Angeln in Norwegen lohnt sich an vielen Stellen.

Wenn Sie bis hierher gelesen haben, haben Sie die erste richtige Entscheidung getroffen: Auf nach Norwegen!

Unterkünfte für Angler in Norwegen

Wer Norwegen noch nicht besucht hat, den wird die Vielzahl der Unterbringungsmöglichkeiten vielleicht überraschen.

Es gibt in Norwegen - wie überall in Skandinavien - eine Fülle an Ferienhäusern. Manche werden privat vermietet, sind im Besitz einer Familie und dementsprechend mehr oder weniger gepflegt. Diese Häuser und Wohnungen werden nur in der Zeit vermietet, wo kein Bedarf innerhalb der Familie besteht. Der Standard reicht von Wohnungen im Zentrum Oslos bis zu einsamen Hütten, die nur mit einem Boot zu erreichen sind und deren Sanitäranlagen aus einem Plumpsklo und einem Brunnen bestehen. Die Qualität der Unterkünfte ist sehr unterschiedlich. Von deren Besitzer werden Sie jedoch fast immer hören, dass sie „unheimlich schön“ seien. Wer seine Unterkunft von einem privaten Vermieter ungesehen mietet, „kauft“ die Katze im Sack, was nicht schlecht sein muss, aber schlecht sein kann. Denn jeder hat andere Vorstellungen und Wünsche, die objektiv schwer zu vermitteln sind.

Viele Ferienwohnungen, -Häuser und "-Anlagen" wurden als Ferien-Domizile für Gäste gebaut. Oft werden sie sehr professionell vermarktet. Die Objektivität ist eher gegeben, als wenn man von einem Privatmann mietet, doch auch hier werden die Betreiber versuchen, Sie vom umschlagbaren Wert des Angelreviers und der Infrastruktur vor Ort zu überzeugen. Vielleicht nicht immer zu Recht, aber Sie können nie wissen, was Sie erwartet!

Am meisten Objektivität kann man von Reiseanbietern erwarten, die mehrere Unterkünfte in verschiedenen Gebieten für Angler in Norwegen im Programm haben. Sie können Vergleiche anstellen und Alternativen anbieten. Diese Unternehmen wollen ihr Geld damit verdienen, dass Sie Ihren Urlaub genießen und erneut bei ihnen buchen. Deshalb sind sie in aller Regel sehr bemüht, eine objektive und vollständige Beratung zu bieten und Komfort zu gewährleisten.

Für den Angler ist außer Preis und Reiseaufwand die Qualität der Mietboote beziehungsweise Angelausfahrten ganz entscheidend. Je besser die Ausrüstung und die Vorbereitung, desto größer wird der anglerische Erfolg sein. Also entscheidet sich bereits zu Hause, ob das geplante Angelabenteuer von Erfolg gekrönt sein wird oder nicht.

Das typische Ferienhaus zum Angeln in Norwegen ist der Rorbuer. Dieser Begriff stammt aus dem frühen neunzehnten Jahrhundert und bedeutet eigentlich "Bootshaus". Damals verdienten viele Norweger ihren Lebensunterhalt mit der Fischerei. Ganze Familien reisten auch im Winter den Fischen, vor allem dem Skrei (Wander-Dorsch), hinterher. Sie mieteten sich für diese Zeit in modifizierte Bootshäuser, die sogenannten Rorbuer, ein. Vielerorts wird jene alte Küstenkultur in Freilicht-Museen für die Nachwelt festgehalten. Man kann sogar alte, noch erhaltene Rorbuer mieten, um für einen Urlaub wie ein Fischer im neunzehnten Jahrhundert zu leben.

Anderseits haben die Norweger überall an der Küste die alten Gebäude modernisiert und schöne Ferienwohnungen daraus gemacht. Ein großer Teil der Angelzentren entspringt solchen Rorbuer-Siedlungen und viele der neuen Häuser und Wohnungen werden mit modernstem Komfort im alten Stil gebaut.

Das hat den Vorteil, dass Sie sehr nahe am Wasser, manchmal sogar über dem Wasser lebt. Meeresblick mit inbegriffen! Da die fischereiliche Infrastruktur der Anlage der kommerziellen Fischerei entspringt, können sie oft alles von geheizten Filetier-Räumen über gute Gefrier-Möglichkeiten bis hin zu Eismaschinen bieten. Wenn die kommerzielle Fischerei noch besteht, ist dies oft auch ein guter Hinweis für den Angler. Hinzu kommt, dass Sieeine ganze Menge Angelkumpels um sich haben, welche die gleiche Leidenschaft teilen. Meistens besitzen solche Anlagen dazu eine Bar, ein Restaurant und einen Laden. Der Nachteil für nicht angelnde Mitreisende ist das für sie eingeschränkte Angebot. Sie könnten sich in einer solchen Anlage wie in einem "Angelghetto" fühlen!

Für den Angler fast genauso geeignet sind Ferienhäuser oder Wohnungen, von denen es in Norwegen Tausende gibt. Manche liegen ganz einsam mit mehr oder weniger viel Komfort, einige haben Bootsstege und Filetierhäuser, andere stehen eher abseits und haben trotzdem Anschluss an eine nahe liegende Anlage. Die Kombinationen sind so vielfältig, dass jeder die perfekte Ferienunterkunft finden kann. Deshalb ist es vor allem beim ersten Mal ratsam, bei einem Anbieter zu buchen.

Das Boot: Unverzichtbar beim Angeln in Norwegen

Bei der Buchung ihres Angel-Urlaubs in Norwegen sollten Sie das Boot vorab buchen. Beachten Sie, dass das Boot groß und schnell genug ist, um das gewünschte Seegebiet in Sicherheit und mit dem gewünschten Komfort zu befischen. Es hat wenig Sinn, ein zu kleines Boot zu mieten, um dann vor Ort festzustellen, dass Sie die Fische nicht erreichen können.

In der Regel eignen sich Boote über 6m mit einem leistungsstarken Motor ab 40 PS, Echolot und Plotter. Die Angelplätze sollten damit in weniger als einer Stunde zu erreichen sein. Liegen die bevorzugten Angelplätze 16 Seemeilen entfernt, benötigt man beispielsweise ein Boot, das bei guten Wetterbedingungen 15 bis 20 Knoten Fahrt machen kann. So ist ein gewisser Sicherheitsspielraum gewährleistet und wertvolle Angelzeit wird nicht mit Bootsfahrten vergeudet. Kraftstoffkosten sind im Urlaubsbudget natürlich auch zu berücksichtigen.

Wollen Sie größere Strecken zurückzulegen, macht sich ein Boot mit Dieselmotor trotz der höheren Mietkosten durch die ersparten Kraftstoffkosten bezahlt. Solche Boote sind oft größer und oft auch seetüchtiger als Boote mit Außenborder. Ein Dieselmotor wiegt viel mehr als ein vergleichbar starker Außenbord-Motor. Dieses erhöhte Eigengewicht bedeutet meistens, dass das Boot besser in der Welle liegt, langsamer driftet und eine stabilere Angelplattform bietet als andere Boote. Selbst wenn man quasi direkt vor der Haustür angeln möchte, sollte das Boot eine beladene Marschgeschwindigkeit von mindestens 10 Knoten aufweisen.

Für eine Gruppe von bis zu 7 Anglern ist ein 7 m bis 8 m langes Boot, das eine Marsch-Geschwindigkeit von 14 Knoten und mehr besitzt, ideal. Ein kleines Steuerhaus oder eine Schlupfkajüte ist bei Regen und Kälte sehr angenehm, wenn auch solche Aufbauten den Platz zum Angeln etwas einschränken. Derartige Boote eignen sich für ausgedehnte Touren. Wenn Sie ein solches Boot noch nie gefahren haben, sind Sie gut beraten, für mindestens ein oder zwei Tage einen Guide zu buchen. Sie erhalten eine sehr ausführliche Bootseinweisung sowie jede Menge Tipps und Ratschläge zur örtlichen Fischerei.

Der Preis liegt in der Regel zwischen 500 Euro–1000 Euro pro Woche für das Boot plus die evtl. Kosten für den Guide. Dazu kommen die Kosten für den verbrauchten Kraftstoff. Verteilt man diese Kosten auf 6 Mann, liegen die Preise meistens zwischen 20 Euro und 40 Euro pro Tag pro Person. Für derartige anglerische Erlebnisse ist das nicht zu viel. Mit dem Guide kann man exponierte Plätze beangeln, sodass der Urlaub bereits am Anfang schöne Erfolgserlebnisse bietet. Andererseits ist es aber mit solchen Booten nicht ratsam, zwischen Schären und in Flachwasserbereichen zu angeln. Die Wahrscheinlichkeit, auf Grund zu laufen, ist hier zu hoch. Besser eignet sich hierfür ein kleines 6-Meter-Boot mit Außenborder.

Eine andere Alternative ist, für zwei Tage ein großes Boot mit Guide zu chartern und für den Rest der Zeit ein kleines Boot als Selbstfahrer zu mieten. Optimal ist natürlich, sich für die ganze Zeit einen Guide und ein großes Boot zu mieten. So stellt man sicher, dass einem selbst ein oder zwei Tage schlechtes Wetter keinen Strich durch die Rechnung machen.

Eine begleitete Tour ist mehr als eine Angelfahrt. Wenn ich hin und wieder solche Touren in Norwegen betreue, sind meine Angler immer der Meinung, dass sie dabei sehr viel gelernt hätten. In der Tat ist es für mich als Guide sehr wichtig, dass alles mit den Geräten, von der Rolle bis zum Hakenknoten, stimmt. Nur dann kann ich sicher sein, dass die Angler ihre Fische landen. Das ist also fast Einzelunterricht.

Die Reisenden, der Ort, die Unterkunft und das Boot müssen zueinander passen, dann kann im Urlaub nichts mehr schiefgehen. Damit Ihre Vorbereitung perfekt vollzogen werden kann, finden Sie weitere Informationen zum Angeln in Norwegen in meinem Buch "Erfolgreich angeln in Norwegen". So können sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene hier viele Ratschläge finden.

aus: Langford, Robert: Erfolgreich angeln in Norwegen. Stuttgart 2016. S. 6-13.

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