Das Spiel orientiert sich in der Tat an den "guten alten" Point'n'Click Adventures am Computer, nur diesmal leider auch indem es die gleichen Fehler wiederholt: Es versucht zu viel Story und zu viel Möglichkeiten in ein Spiel zu pressen, was zu Lasten der Übersicht und Spielbarkeit geht.
Die anderen Teile beschränken sich mehr, was zu einem tollen Spielerlebnis führt und den Geist der LucasArts Adventures heraufbeschwört. Hier ist es leider zu viel. Die Easter Eggs sind schon toll und lösen diverse Lacher aus (wenn auch wahrscheinlich nicht bei den ab 2000 Geborenen), aber auch hier hat man das Gefühl, dass am Ende noch ein paar über waren, die noch unbedingt irgendwo rein mussten.
Im Spielverlauf ist es leicht, den roten Faden zu verlieren, da es zu viele Optionen gibt und nicht klar ist, was wohin führt. Dazu kommt es leider zu oft vor, dass Optionen plötzlich und vor allem unerwartet zum einzigen Verlauf werden und alle anderen Optionen ausblenden. Man erfüllt eine Aufgabe an einem neu erschlossenen Ort (natürlich als Erstes, man möchte die (vermeintliche Neben-)Aufgabe ja abschließen, bevor man andere Dinge an dem Ort untersucht) und plötzlich ist der Ort dicht und man steht dumm da. Da das öfter passiert, baut sich ein unterschwelliger Frust auf – sicher kann man das Spiel nochmal spielen, davon wird der Handlungsstrang aber auch nicht deutlicher. Allerdings muss man das Spiel noch mindestens einmal mehr spielen, um die Fehler oder Stolperdrähte, die im Vorfeld nicht erkennbar sind, dann zu vermeiden.
Die Dynamik im Spiel, Orte über die Zeit und den Story-Verlauf zu verändern, ist klasse. Aber auch diese Option wird ein wenig zu exzessiv ausgelebt – hier soviel drauf rechnen, da nur soviel, und wenn man das gemacht hat, wird man auf den alten Wert zurückverwiesen (da hätten die Entwickler besser den Text kopiert und dem Spieler die Arbeit erspart).
In Summe: Die Spielidee ist toll, bitte mehr davon! Aber, liebe Entwickler, weniger ist oftmals mehr, bitte verfallt nicht der Versuchung zu viel in ein Spiel zu packen. Die anderen Teile waren in der Hinsicht konsequenter.
P.S.: Liebe Kosmos-Redaktion, die Texte (zumindest in der App), besonders in den höheren Kapiteln, bedürfen dringend eines Lektorats, damit Namen konsistent bleiben. Ein Fehler ist keiner, aber wenn Namen mehr als einmal und auch noch unterschiedlich verwechselt werden, wird es peinlich.