„Das Kosmos Handbuch – Pilze“ (2023) von Andreas Gminder und Peter Karasch ist ein umfangreiches Bestimmungsbuch mit über 1.500 Pilzarten und mehr als 2.500 Aquarellzeichnungen von Erhard Ludwig. Ergänzende Sporenabbildungen ermöglichen auch die mikroskopische Bestimmung. Damit richtet sich das Werk vor allem an Pilzinteressierte mit entsprechenden Vorkenntnissen und eignet sich auch für eine wissenschaftlich orientierte Beschäftigung mit Pilzen.
Aufbau und Inhalt
Das Handbuch gliedert sich in vier Bereiche: eine Einleitung mit allgemeinen Informationen, ein Kapitel über verschiedene Biotope und deren Pilzvorkommen, den Hauptteil mit Bestimmungsschlüsseln und Artbeschreibungen auf gesamt 695 Seiten, sowie einen abschließenden Serviceteil mit weiterführender Literatur und wichtigen Kontaktstellen, beispielsweise Giftnotrufzentralen. Besonders hervorzuheben ist der Abschnitt in der Einleitung über Pilzvergiftungen, in dem verschiedene Vergiftungssyndrome und deren Symptome beschrieben werden. Die Klappdeckel vorne und hinten bieten zudem praktische Übersichten zu Abkürzungen, makroskopischen Merkmalen und Pilzgruppen.
Gestaltung und Verständlichkeit
Jede Pilzgattung beginnt mit einem Bestimmungsschlüssel, der eine systematische Einordnung ermöglicht. Allerdings sind für dessen sichere Anwendung bereits gute Vorkenntnisse erforderlich. Die Beschreibungstexte der jeweiligen Pilze sind sehr informativ und gut beschrieben, jedoch recht klein gedruckt. Da pro Seite meist vier bis fünf Pilzarten dargestellt werden, fallen auch die Zeichnungen entsprechend klein aus.
Die handgezeichneten Illustrationen von Erhard Ludwig zeigen viel Liebe zum Detail. Meist werden unterschiedliche Entwicklungsstadien und Schnittdarstellungen der Pilze gezeigt, wodurch die Beschreibungstexte zusätzlich veranschaulicht werden. Die Farben wirken stellenweise etwas blass, und manche Darstellungen stimmen nicht vollständig mit dem Erscheinungsbild der Originalpilze überein. Besonders gelungen sind die ergänzenden Darstellungen der Stielformen, die neben den jeweiligen Illustrationen angeführt werden und die Bestimmung unterstützen.
Die Artbeschreibungen sind sehr informativ und gut gelungen. Symbole, beispielsweise für Speisepilze, Giftpilze und ungenießbare Arten, sorgen für eine übersichtliche Darstellung. Dadurch lassen sich wichtige Informationen auf einen Blick erfassen.
Kritische Würdigung
Bei einzelnen Arten finden sich Querverweise auf ähnliche Pilze und mögliche Doppelgänger. Ausdrücklichere Hinweise auf Verwechslungsgefahren und deren Bedeutung wären dennoch wünschenswert gewesen. Hier bietet beispielsweise Hugo Portischs Buch: „Pilze suchen – ein Vergnügen: Die besten Speisepilze und ihre Doppelgänger“ (2003) eine hilfreiche Ergänzung. Auch die kleine Schrift und die teilweise recht kleinen Zeichnungen schränken die Übersichtlichkeit etwas ein. Insgesamt überzeugen jedoch der große Artenumfang, die detaillierten Informationen und die zusätzlichen Sporenabbildungen.
Fazit
„Das Kosmos Handbuch – Pilze“ ist ein sehr gutes und ausgesprochen umfangreiches Bestimmungswerk. Es bietet zahlreiche Arten, fundierte Informationen und Möglichkeiten zur makroskopischen wie mikroskopischen Bestimmung. Wer sich intensiv mit Pilzen beschäftigen möchte und ein vielseitiges Nachschlagewerk sucht, findet darin einen wertvollen Begleiter, der sich auch für wissenschaftliche Zwecke eignet.
Inhaltsverzeichnis:
Portisch H. & Portisch T. (2003). Pilze suchen – ein Vergnügen: Die besten Speisepilze und ihre Doppelgänger. Mit vielen neuen Rezepten. 4. Auflage. Orac Verlag.
Bei diesem Buch handelt es sich um ein Rezensionsexemplar. Die Rezension gibt meine persönliche und unabhängige Einschätzung des Werkes wieder.