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Lerne deinen Hund verstehen!

Lerne deinen Hund verstehen!

Was zunächst nicht allzu schwierig klingt, setzt jedoch ein umfassendes Wissen über das Verhalten, die Kommunikation und das Lernen des Hundes voraus. Nur mithilfe dieses Wissens gelingt es dir, deinem Hund auf positive und nachhaltige Weise zu vermitteln, was du von ihm erwartest und ein weitreichendes Verständnis für seine Reaktionen zu entwickeln. Bis ein Neueinsteiger in der Retriever-Arbeit zu einem umsichtigen und geschickten Hundeführer herangereift ist, dauert es oftmals Jahre. Häufig nimmt dieser persönliche Lern- und Entwicklungsprozess genauso viel Zeit in Anspruch, wie die Ausbildung deines Retrievers.

Motivation des Hundes

Motivation des Hundes

Gezieltes Lernen findet nur bei entsprechender Motivation statt. Sie ist Voraussetzung dafür, dass dein Hund die nötige Aufmerksamkeit und Konzentration aufbringt, um die zu erlernende Aufgabe zu meistern.

• Primäre Motivation oder Eigenmotivation Wird dein Hund aus Eigeninitiative aktiv, ist er primär motiviert. Seine eigene Aktivität wirkt bereits selbstbelohnend, so dass er das entsprechende Verhalten öfter zeigen wird. Beispiel: Das Apportierverhalten des Retrievers ist durch züchterische Selektion genetisch verankert. Es ist für ihn i.d.R. ein selbstbelohnendes Verhalten, für das er keine weiteren Anreize benötigt.

Ein primär motivierter Hund lernt meist schneller und lässt sich weniger leicht ablenken.

• Sekundäre Motivation oder Fremdmotivation Wird dein Hund aufgrund äußerer Einflüsse aktiv, ist er sekundär motiviert. Er führt ein bestimmtes Verhalten aus, um etwas für ihn Lohnendes zu erreichen. Beispiel: Gehorsamsübungen wie z.B. das Fußlaufen sind sekundär motiviert. Der Hund führt das erwünschte Verhalten entweder aus, um eine Bestätigung bzw. Belohnung zu erhalten, oder um einer Strafe zu entgehen.

Ein sekundär motivierter Hund lernt nur, wenn sich das erwünschte Verhalten für ihn in irgendeiner Weise lohnt.

10 Gedanken zur Hundeerziehung

10 Gedanken zur Hundeerziehung

Dein Hund lernt 24/7

Dein Hund lernt 24/7

Du solltest dir nicht nur beim Training, sondern auch im Alltag immer vergegenwärtigen, dass alles, was du tust oder unterlässt, einen Effekt auf das aktuelle sowie auch auf das zukünftige Verhalten deines Hundes haben kann. Grundsätzlich gilt: Jede Wiederholung eines Verhaltens festigt dieses! Dabei spielt es keine Rolle, ob du das betreffende Verhalten bewusst herbeigeführt hast oder es zufällig entstanden ist. Unerwünschtes Verhalten, das durch einen unsachgemäßen Aufbau, durch Ignorieren oder auch Tolerieren (welches einer Bestätigung gleichkommt) entstanden ist, festigt sich ebenso schnell, wie erwünschtes und bestätigtes Verhalten. Um Fehlverknüpfungen zu vermeiden, musst du dein Training deshalb vorausschauend, umsichtig und systematisch aufbauen und auf nicht erwünschte Verhaltensweisen eingehen.

Wie erfahre ich, wo ich den Hund frei laufenlassen kann?

Wie erfahre ich, wo ich den Hund frei laufenlassen kann?

Man muss und sollte sich zunächst informieren, wo es überhaupt erlaubt ist, seinen Hund an seinem Wohnort oder in der Nähe frei laufen zu lassen. Es bietet sich an, sich mit der örtlichen Jägerschaft, Hegering oder Kreisjägerschaft in Verbindung zu setzen und nachzufragen. Nicht zuletzt sind die Gemeinden und Kreise zu Auskünften verpflichtet. Zuständig sind in der Regel die Ordnungsämter. Ein Hund muss sich im Übrigen wegen des generellen Schutzes der Tier- und Pflanzenwelt ständig im Einwirkungsbereich des Menschen (max. Entfernung 15 – 20 m) befinden.

Hundenasen sind so einzigartig wie Fingerabdrücke?

Hundenasen sind so einzigartig wie Fingerabdrücke?

Das stimmt! Tatsächlich macht die Struktur der Hundenase durch die individuellen Vertiefungen und Erhöhungen jedes Exemplar einzigartig – ganz wie bei menschlichen Fingerabdrücken. Die Vierbeiner können also theoretisch anhand ihres "Nasenabdrucks" eindeutig identifiziert werden! Übrigens: Ein chinesisches Start-Up hat eine KI entwickelt, die genau das ermöglicht. Sie erkennt zuvor registrierte Hunde allein anhand ihrer Nasen. Mit Hilfe dieser "Nasenerkennung" konnten schon viele entlaufene Vierbeiner zurück zu ihren Besitzern gebracht werden.

Hunde haben 18 Muskeln, um ihre Ohren zu bewegen?

Hunde haben 18 Muskeln, um ihre Ohren zu bewegen?

Nicht nur das, sondern durch die große Beweglichkeit der Hundeohren sind diese sogar in der Lage dreidimensional zu hören. Dass Hunde besser hören als wir Menschen heißt dabei nicht, dass sie auch lauter hören können. Sie können bis zu 60 verschiedenen Geräuschquellen identifizieren, darunter leiseste Geräusche wie das Fiepen einer Maus abgrenzen. Außerdem sind sie auch in der Lage dazu Alltagsgeräusche wie Motoren, Sprache und Fernsehgeräte komplett auszublenden.

Hunde lassen sich vom Gähnen ihres Besitzers anstecken?

Hunde lassen sich vom Gähnen ihres Besitzers anstecken?

Das ist richtig! Wir kennen das von uns selbst – gähnt unser Gegenüber, fällt es meist schwer, selbst nicht zu gähnen. Dass sich das Gähnen ihrer Besitzer allerdings auch auf Hunde überträgt, wurde eher zufällig entdeckt: Ursprünglich sollte das Gähnen beim Menschen untersucht werden, doch einige der Versuchsteilnehmenden berichtete, dass auch ihre Hunde scheinbar vom Gähnen angesteckt wurden. Daraufhin wurde dieses Phänomen genauer untersucht. Das Ergebnis: Rund 72% der Hunde gähnen, wenn ihre Bezugsperson gegähnt hat. Die Ursache und der genaue Zweck des Gähnens ist übrigens bis heute noch nicht genau geklärt. Forschende vermuten, dass das Mit-Gähnen ein Ausdruck von Empathie ist – und zwar sowohl beim Menschen, bei Hunden, aber auch bei anderen Tieren wie Affen.

Hunde können bis zu 250 Wörter und Gesten verstehen?

Hunde können bis zu 250 Wörter und Gesten verstehen?

Die Hundeliebhaber unter uns sind sich ja schon lange sicher, dass Hunde uns verstehen – aber diese Annahme ist inzwischen auch wissenschaftlich bestätigt! Hunde können verschiedene Gesten recht einfach und schnell erlernen; sie können unsere Körpersprache sogar besser interpretieren als wir selbst! Noch überraschender ist aber, dass die Vierbeiner auch einzelne Worte verstehen können, ganz unabhängig von der Betonung. Sie lernen mit der Zeit, die Begriffe mit den richtigen Dingen zu verbinden. So wurde beispielsweise der Border Collie Rico bei "Wetten, dass…?" zum regelrechten TV-Star, da er seine 250 Plüschtiere alle beim Namen kannte! Erstaunlicherweise verarbeiten Hunde Worte genau wie wir Menschen auch: Die linke Gehirnhälfte ist dafür zuständig, die reine Bedeutung der Wörter zu ermitteln, die rechte dagegen spricht nur auf den Tonfall des Gesagten an.