Führposition 1: Neben dem Pferd
Die Alltagsposition, bei der Sie neben Ihrem Pferd gehen, ist die Partnerposition schlechthin. Sie baut im Laufe der Zeit ein optimales Verständnis zwischen Ihnen und Ihrem Pferd auf. In seinem "Trainingsbuch Bodenarbeit" gibt Marius Schneider wertvolle Einblicke, worauf es ankommt.
Indem Sie auf Höhe der Schulter des Pferdes stehen und seitlich neben ihm laufen, blicken Sie gemeinsam in die Bewegungsrichtung. Durch eine leichte Vorbeugung Ihres Körpers vermitteln Sie dem Pferd die Richtung: vorwärts. Nur dann können Sie auch eine Reaktion erwarten.
Die Aufgaben der Hände
Zur Führung auf der linken Hand fasst Ihre linke Hand das Führseil und sortiert gleichmäßige Schlaufen. So kontrollieren Sie die Länge der Longe. Zusätzlich halten Sie die Gerte mit dieser Hand. Die rechte Hand ist direkt mit dem Kopf des Pferdes verbunden und dient als Verbindung zwischen Ihnen und Ihrem Pferd.
Obwohl also Ihre rechte Hand die scheinbar sensiblere Aufgabe zukommt, ist auch Ihre linke Hand von großer Bedeutung. Denn jedes unnötige Hantieren mit dem Führseil oder der Gerte während des Trainings schafft Verwirrung und stört die Konzentration auf beiden Seiten.
Trainingsbuch Bodenarbeit
Übungen in der Führposition 1

Das Angehen
• Körpersprache: Schwerpunktverlagerung leicht nach vorn • Linke Hand: hält weiterhin die Schlaufen. Die Gerte zeigt in Richtung Hinterhand zum Treiben. • Rechte Hand: weist in die Bewegungsrichtung nach vorn zusammen mit der Körpersprache • Ergänzende Hilfen: Stimmkommando kommt zum Einsatz
Beim Angehen sollten Sie Ihren Schwerpunkt deutlich nach vorn verlagern. (Credit: Céline Rieck, aus "Trainingsbuch Bodenarbeit" von Marius Schneider)

Das Anhalten
• Körpersprache: Schwerpunktverlagerung nach hinten Richtung Hinterhand • Linke Hand: richtet die Gerte nach vorn in Richtung Kopf aus. Gerte wird von unten in die Handfläche gegriffen. • Rechte Hand: hebt sich zum Halten und geht mit dem Oberkörper leicht zurück, zunächst ohne direkte Einwirkung des Führseils • Ergänzende Hilfen: Stimmkommando
Beim Anhalten lehnen Sie sich deutlich zurück. Unterstützend können Sie die Gerte vor dem Kopf Ihres Pferdes ausrichten. (Credit: Céline Rieck, aus "Trainingsbuch Bodenarbeit" von Marius Schneider)

So klappt der Tempowechsel
• Körpersprache: Zulegen: Schwerpunktverlagerung leicht nach vorne Verlangsamen: Schwerpunktverlagerung leicht nach hinten • Linke Hand: hält Schlaufen und Gerte und kommt dosiert zum Einsatz: entweder vor dem Kopf oder in Richtung Hinterhand • Rechte Hand: weist in die Bewegungsrichtung beim Zulegen. Beim Verlangsamen wird die Hand wieder zurückgenommen. • Ergänzende Hilfen: Stimmkommandos kommen in beiden Fällen zum Einsatz
Auch beim Verlangsamen oder Beschleunigen geben Sie die Signale durch die Verlagerung Ihres Schwerpunktes. (Credit: Céline Rieck, aus "Trainingsbuch Bodenarbeit" von Marius Schneider)

Wendungen
• Körpersprache: Drehung der eigenen Schulter, Hüfte und Zehenspitzen in die neue Bewegungsrichtung • Linke Hand: treibt bei Tempoverlust oder reduziert ein zu rasches in die Kurve laufen • Rechte Hand: weist als Erstes in die neue Bewegungsrichtung • Ergänzende Hilfen: nicht notwendig außer zur Tempokontrolle
Wenn Sie von außen wenden, sollten Sie die Schulterposition verlassen und neben dem Kopf führen. (Credit: Céline Rieck, aus "Trainingsbuch Bodenarbeit" von Marius Schneider)

Rückwärtsrichten
• Körpersprache: Sie stehen links vom Pferd, der Oberkörper lehnt sich parallel zum Pferd Richtung Hinterhand • Linke Hand: treibt mit der Gerte vor dem Pferd rückwärts • Rechte Hand: unterstützt durch rückwärtswirkenden Impuls am Seil • Ergänzende Hilfen: eigenständiges stimmliches Signal mit deutlichem Unterschied zum angehenden Kommando
Für die Rückwärtshilfe neigen Sie den Oberkörper leicht nach hinten, um ein vorbereitendes Signal zu geben. (Credit: Céline Rieck, aus "Trainingsbuch Bodenarbeit" von Marius Schneider)



