Das Frag KOSMOS Themen-Spezial Pilze

Die kleinen Schätze des Waldes

Das Frag KOSMOS Themen-Spezial Pilze

Unsere heimischen Wälder bedecken insgesamt etwa 32 Prozent der Gesamtfläche Deutschlands. Ob Großwald oder der nahegelegene städtische Hain: Neben Lebensräumen für eine Vielzahl von Tieren, Erholung und einer Pause vom oftmals stressigen Alltag halten Wälder eine Fülle kleiner Kostbarkeiten parat. Wir laden Sie ein, mit uns auf Schatzsuche im Wald zu gehen. Es warten viele spannende und überraschende Fakten rund um den reich gedeckten Gabentisch unserer Wälder auf Sie.

Spannende Fakten rund um Pilze

Pilze sind enger mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt?

Pilze sind enger mit den Tieren als mit den Pflanzen verwandt?

Tatsächlich! Zwar würden die meisten von uns Pilze instinktiv eher dem Reich der Pflanzen zuordnen – wissenschaftlich betrachtet haben Pilze jedoch deutlich mehr mit Tieren gemein. Dafür sprechen ihre genetische Abstammung sowie biochemische und anatomische Faktoren. Wie die Tiere – und übrigens wir Menschen auch – sind Pilze heterotroph, d. h. sie ernähren sich von organischen Stoffen aus ihrer Umgebung und verwerten diese, um Energie zu gewinnen. Der entscheidende Faktor, der Pilze klar von Pflanzen abgrenzt, ist das Fehlen sogenannter Plastiden. Diese speziellen Bestandteile von Zellen werden u. a. zur Photosynthese benötigt, die beispielsweise dafür sorgt, dass ein Baum pro Jahr etwa 10–13 Kilogramm Sauerstoff produziert; die Atemluft von 10–20 Personen. Pilze und Tiere können das nicht.

Selbst gesammelte Pilze darf man nicht verkaufen?

Wer selbst gesammelte Pilze gewinnerzielend verkauft, drohen hohe Bußgelder. Die Behörden dürfen sogar zu viele selbstgesammelte Pilze einziehen. Möchte man mehr Pilze als für den Eigenbedarf ernten, bedarf es einer besonderen Genehmigung gegen Zahlung einer Gebühr. Das gilt im Übrigen für übermäßiges Pilzsammeln mit oder ohne Gewinnabsicht. Rechtliche Probleme drohen also auch, wenn man Pilze als Geschenk für Freunde sammeln möchte. Übrigens dürfen Pilze nur in Gebieten, die keinem Betretungsverbot unterliegen, gesammelt werden.

Pilze sind älter als Dinosaurier?

Laut einer Studie waren die ersten Pilze vor 715 bis 810 Millionen Jahren auf der Erde vorhanden. Die Zeit der Dinosaurier hingegen begann erst vor etwa 245 Millionen Jahren. Doch der Ursprung und die Entwicklung des Reichs der Pilze sind immer noch rätselhaft. Nur zwei Prozent der Pilzarten konnten bisher bestimmt werden und aufgrund ihrer empfindlichen Beschaffenheit sind ihre Fossilien extrem selten und schwer von anderen Mikroorganismen zu unterscheiden. Das bislang älteste bestätigte Pilzfossil wurde auf ein Alter von 460 Millionen Jahren geschätzt.

Die meisten Pilzvergiftungen stammen nicht von Giftpilzen?

Die meisten Pilzvergiftungen stammen nicht von Giftpilzen?

Das stimmt, denn Pilzvergiftung ist nicht gleich Pilzvergiftung! So unterscheidet man in echte Pilzvergiftungen und unechte oder sekundäre Pilzvergiftungen. Während eine echte Pilzvergiftung tatsächlich durch Giftpilze wie Knollenblätterpilze oder Pantherpilze verursacht wird, versteht man unter einer sekundären Pilzvergiftung vor allem Lebensmittelvergiftungen durch verdorbene Speisepilze oder Pilzgerichte.

Von den in unseren Breiten rund 4000–5000 Großpilzarten sind nur etwa 500–800 essbar. Von diesen gelten rund 100 Pilzarten als giftig oder giftverdächtig. Da eine Pilzvergiftung durchaus auch tödlich enden kann, sollte man beim Pilzesammeln nur diejenigen mitnehmen, die man sicher bestimmen kann. Und auch der richtige Transport ist entscheidend, denn durch zu enge Lagerung entstehen Quetschungen des Fruchtkörpers, wodurch auch Speisepilze schnell verderben können.