Hunde erziehen — Mehr, als ein Ende der Leine zu halten

Hunde sind sehr anspruchsvolle Sozialpartner, die sich eindeutige Spielregeln wünschen – kein Vielleicht, kein heute so und morgen anders. "Die Leute glauben immer, die Hunde vom Rütter seien abgerichtet wie Artisten mit Fellnasen", befreit der Hundetrainer aber von jeglicher Illusion. "Während andere Hunde sonntags die Zeitung ans Bett bringen, würden die beiden zusätzlich noch männchenmachend einen selbst zubereiteten Latte Macchiato servieren und anschließend durch einen brennenden Reifen springen. Nein – die beiden sind ganz normale Hunde, haben völlig unterschiedliche Wesenszüge und ihre individuellen Eigenheiten. ERziehung bedeutet immer BEziehung – nicht Dressur."

"Dem Hund geht es heute so gut wie nie", so Martin Rütter. Überwiegend vorbei die Zeiten, in denen Hasso als Kettenhund den Hof bewachen oder ein tristes Leben als eingeknasteter Zwingerhund führen musste. Aber der moderne Lebensstil macht Hundeerziehung auch so anspruchsvoll wie nie zuvor. Leinenführigkeit und Rückrufbarkeit sind z. B. sehr wichtige Trainingserfolge, die einen Hund gesellschaftsfähig machen und damit die Voraussetzung für volle soziale Integration in sein "Menschenrudel" bieten. Letztlich bedeutet Hundetraining keinesfalls Einschränkung, sondern das Gegenteil: Freiheit – sowohl für das Tier als auch für den Halter. Ein gut erzogener Hund kann in allen urbanen Lebenssituationen Begleiter sein und genießt so ein Maximum an Lebensqualität.

Mit dem Hund kommunizieren lernen

Hunde brauchen konsequente Spielregeln und eindeutige Ansagen, damit sie ein Gefühl der Sicherheit dem "Leitwolf Mensch" gegenüber entwickeln und sich auch in unübersichtlichen Situationen auf seine Führung verlassen können. "Der Hund hält mich ja nicht automatisch für den Größten, weil ich für ihn bezahlt habe", stellt Rütter nüchtern fest. Konsequenz bedeutet dabei nicht gleichzeitig Strenge. "Ich bin jedesmal auf’s Neue verwundert, bei Hausbesuchen zu erleben, wie Leute ihre Hunde im Befehlston anschreien und so Dominanz mit Erziehung verwechseln", sinniert Rütter. "Die Tiere sind für gewöhnlich schließlich nicht taub."

Vielmehr setzt der Erfolgstrainer auf gute Kommunikation zwischen Tier und Mensch als Schlüssel zum Miteinander. Intonation und bewusste Körpersprache sind für das hochsoziale Lebewesen Hund dabei noch viel wichtiger als das gesprochene Wort. Der Hund ist das einzige Tier, das in der Lage ist, einen völlig Artfremden als vollwertigen Sozialpartner zu akzeptieren. Dafür ist Bello sogar bereit, eine "Fremdsprache" zu lernen und beim Partner Mensch die eine oder andere Ausdrucksschwierigkeit zu tolerieren: "Unser Lächeln!", gibt der Tierpsychologe ein Beispiel. "Zähne zeigen bedeutet unter Hunden nichts Gutes. Erst recht nicht, wenn dabei noch 'gesprochen', also in der Hunde-Situation geknurrt wird. Das käme unter Hunden noch nicht einmal dann gut an, würde einer davon bei der Tagesschau arbeiten."

Zum Beispiel klingelt es während des Abendessens an der Tür und der Hund erlebt dabei Folgendes: Boah – dieser Klingelton bedeutet, meine Leute müssen sofort aufhören zu essen, zur Tür laufen und 'meinen' Besuch hereinlassen, der sich jedesmal wie Bolle freut, mich zu sehen und mächtig beeindruckt ist, wenn ich ihm ordentlich gegen das Schienbein remple. Unter lautem 'Oooch, was isser aber auch ein goldiger Junge!' wird dazu von der Halterfamilie wie von den Besuchern im Chor Bewunderung geraunt.

Hunde sind wie Kinder ...

Die Halter müssen ihren Partner Hund ebenfalls gut beobachten und lernen, seine Körpersprache und damit die ausgesendeten Signale zu deuten. "Unter erwachsenen Hunden ist gegenseitiges Anspringen eine provozierende Geste der Respektlosigkeit – ganz klar ein 'Anpöbeln', was Hunde untereinander so nie unquittiert hinnehmen würden," plaudert der studierte Tierpsychologe aus seinem Wissensschatz. "Durch fehlgedeutete Kommunikation werden aber viele Hunde in einem Verhalten wie diesem bestärkt.

Würde das Gleiche ein Kind machen, und uns mit dem Knie in den Bauch springen, 
wenn wir von der Arbeit nach Hause kommen, wäre schließlich auch Klärungsbedarf gegeben ...", vergleicht Rütter. In so einer Situation gilt es also den Hund nicht in seinem Verhalten zu bestärken, sondern zu trainieren. Den Hund – aber auch die Besucher! Denn Anpöbeln sollte nicht gelobt werden. "Besser ist es, den Hund in liebevoller Absicht zunächst zu ignorieren, wenn er dieses Verhalten zeigt", klärt Martin Rütter auf.

... oder auch nicht

Die Frage, ob Erziehungsmethoden für den Hund im weitesten Sinne bei der Kindererziehung behilflich sind, bringt den Vierfach-Papa für eine Nanosekunde in verklärtes Grübeln: "Meine Kinder tragen keine Halsbänder ...", kommt es augenzwinkernd. Das Grundkonzept von  Kindererziehung und Hundetraining sei zwar ähnlich, es unterscheide sich aber im Wesentlichen am angestrebten Endergebnis: "Kinder sollen selbstständig werden: Lerne dir selbst die Schnürsenkel zu binden, mach Abitur, zieh von zu Hause aus – fertig, Tschö! Bei einem Hund ist das Ziel gegenteilig: Du willst den Hund im Grunde in der Abhängigkeit halten. An dem Punkt, an dem das Tier unabhängig seine eigenen Entscheidungen treffen würde ...", winkt Rütter ab. "Achterbahn in der Bude!"

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